Windows 10 Upgrade: Microsoft setzt Machine Learning ein

Windows 10 1803 ist bald passé: am 12. November 2019 werden laut Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für diese Version bereitgestellt. Sophos Autor John E. Dunn nutzt die Gelegenheit für einen Kommentar, was User von 1803 jetzt tun müssen (Upgrade), wie Microsoft das dieses Mal besser machen will (dank ML) und ob die neue Version nützliche Funktionen mitbringt (tut sie).

Windows 10 Upgrade: Microsoft setzt Machine Learning ein

Am 12. November 2019 endet der Service für die Microsoft Produkte Windows 10 1803 Home, Windows 10 1803 Pro, Windows 10 1803 Pro for Workstations und Windows 10 1803 IoTCore.

Das bedeutet: Windows Update wird automatisch ein Feature-Update starten, um die Sicherheit der Geräte und ihres Ökosystems zu gewährleisten. Der Support für Windows 10 Enterprise Nutzer, die die Version 1803 verwenden, endet im November 2020.

Trotz vielfacher Hinweise, dass das so kommen würde, ist die Aufforderung zum Update dennoch ein Donnerhall. Schließlich ist die 1803-Version die meist verbreitete Version von Windows 10.

Machine Learning Modell wird die Updates pushen

Wie aber sollen alle Nutzer von 1803 oder älteren Versionen wissen, dass sie ihr System updaten müssen? Brauchen sie gar nicht, denn Microsoft wird diese Entscheidung automatisch für sie treffen.

Das interessante Detail dieser Strategie verriet das Unternehmen letzte Woche in einem Tweet:

@WindowsUpdate:

Die Tage von 1803 sind gezählt, aber es ist eine Maschine, die die Entscheidung darüber fällt, wie gezählt wird.

Ein wesentlicher Faktor für die Entscheidungsfindung ist, ob das betreffende Gerät auf der Liste der Geräte steht, die bekannte Kompatibilitätsprobleme mit der 1903 Version haben. Der Einsatz von ML-Funktionen kann Ressourcenverbrauch und Kapazität aber auch eine virtuelle Umgebung einberechnen, um Installationsprobleme zu umgehen.

Diese Vorsichtsmaßnahme ist gut begründet: im Oktober 2018 wurde Microsoft gezwungen, die Upgrades auf die Version 1809 pausieren zu lassen. Nutzer hatten mangelnden Zugriff auf Dateien beklagt. Besonders diejenigen, die zunächst an ihrer 1803-Version festhalten wollten.

Deswegen soll es dieses Mal besser laufen: Ein ML-Model ist im Einsatz, um bestimmten Geräten zuerst Updates anzubieten. Für Komplikationen mit 1803 und Vorgängerversionen hat sich das Unternehmen weiterhin gerüstet: für diejenigen Nutzer mit USB und SD Karten Speicherung liegen Updates in Wartestellung.

1903 – was ist so gut an der Version?

Ein echtes Highlight bei 1903 ist die Möglichkeit, Updates für einen Zeitraum von bis zu 35 Tagen auf Pause zu setzen sowie die Ermächtigung für Windows 10, ein Update automatisch zurückzusetzen, sollte es ein Problem geben.

Wer zu den glücklichen Nutzern von Pro oder Enterprise Lizenzen gehört, erhält mit der interessanten Windows Sandbox sogar ein kleines Geschenk – nämlich eine leichtgewichtige virtuelle Maschine, die innerhalb von Windows gestartet werden kann, um Applikationen und verdächtige Webseiten zu isolieren, bevor sie Schäden auf dem PC anrichten können.

Die ganze Diskussion um ML-Updating kann den Eindruck nicht verhindern, dass das Windows 10 Alter wohl weitaus komplexer ist, als Microsoft angenommen hat.

Wir erinnern uns: es gab doch tatsächlich einmal eine Zeit, in der Windows Nutzer ihr System nur unregelmäßig aktualisierten und einfach bei ihrer Version verblieben (sic!). So lange bis es ein nächstes großes Upgrade gab, Jahre später.

Heutzutage verändert sich Windows selbst zwölf Mal im Jahr, mit weiteren sonderbaren Updates dazwischen. Es ist eben alles schneller, voller und unübersichtlicher geworden.
Die Daumen sind gedrückt, dass dieses umfassende Systemupgrade dank maschinellen Lernens ohne signifikante Probleme verlaufen wird.

vor 1 Monat